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Sobald man an Legasthenie denkt, kommen einem ganz schnell Probleme mit der Rechtschreibung in den Sinn. Dies ist mit Sicherheit nicht falsch, aber es gibt da zwei verschiedenen Fehlerquellen.
Wahrnehmungs- und Rechtschreibfehler: Legastheniker haben hauptsächlich mit Wahrnehmungsfehlern zu tun! Die höchste Fehlerquelle in der Rechtschreibung bei legasthenen Menschen, hängt an der differenzierten Sinneswahrnehmung, daher kann man an diesem Punkt natürlich nicht von Rechtschreibfehlern sprechen, sondern von Wahrnehmungsfehlern. Zusätzlich zeigen Legastheniker eine kurzweilige Aufmerksamkeits- und Konzentrationsproblematik. Die sehr unterschiedlich funktionierenden Sinnesorgane, sowie auch deren unterschiedliche Verarbeitung z.B. Hör,- Sprach,- Sehverarbeitung, sowie Raumorientierung lassen uns immer wieder Wahrnehmungsfehler produzieren. Diese sind beim Legastheniker sehr unterschiedlich ausgeprägt, und müssen auch genauer für ein gezieltes Lerntraining untersucht werden. Im Kindesalter und bei Jugendlichen, kann man diese unterschiedlichen Sinneswahrnehmungen trainieren, aber auch bei Erwachsenen kann man noch einiges an den Sinneswahrnehmungen tun, obwohl die Sinnesorgane bei ihnen voll ausgeprägt sind. Hinzu kommt, dass man auch das Handeln und Denken zusammen führt, denn dies ist eine der wichtigsten Schwierigkeiten die es zu überwinden gibt. Wenn wir unser Denken in die richtigen Bahnen lenken, genau dann bekommen wir auch unsere Sinne besser in den Griff. Bekommen wir sie besser in den Griff, können wir ganz gezielt lernen das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden, unabdingbar für unsere Kulturtechniken. Rechtschreibfehler sind zum größten Teil falsch angewande Rechtschreibregeln, die zumeist missachtet werden. Das hängt nicht nur am Unverständnis, sondern nicht selten auch an der Vermittlung im Deutschunterricht. Ebenso geben Lehrer ihre Schüler auf, besonders wenn es um Legastheniker geht, da man meint, dass es sich hier um faule Schüler handelt. Aus diesem Grund haben Legastheniker oft nicht die wirkliche Lust Grammatikregeln zu lernen, denn dann schleichen sich natürlich auch zusätzlich Rechtschreibfehler ein.
Was ist beim Menschen mit einer LRS zu beachten? Diese zeigen keine Wahrnehmungsfehler, da sie ja keine natürliche Veranlagung einer Legasthenie haben. Bei ihnen funktionieren die Sinnesorgane völlig normal, die Sinneswahrnehmungen werden gleichmäßig wie bei allen anderen Menschen die nicht davon betroffen sind verarbeitet, sofern sie keine gesundheitlichen Schwierigkeiten haben wie Gehörschäden, Augenkrankheiten usw., das sind aber dann behinderungsbedingte Fehler. Menschen mit einer LRS können vorübergehend, oder durch Erkrankungen, auch längerfristig Rechtschreibfehler machen die aber nicht mit Wahrnehmungsfehlern verwechselt werden dürfen. Bei Menschen mit einer LRS ist der Anteil von Rechtschreibfehlern viel höher als bei Legasthenikern, hinzukommt dann natürlich auch die sekundäre Problematik, die aber in einer Anamnese abgeklärt werden muss. |
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